Termine: 23. März 2012, 24. März 2012, 30. März 2012 und am 31. März 2012,
jeweils um 20 Uhr im Restaurant Hallerstub´n
EINE TRAGIKOMÖDIE von Josef Hader und Alfred Dorfer
gespielt von Georg Niederer, Christian Kogler, Ewald Aigner und Horst Fahrnberger
"Indien" ist ein Wunderwerk des komischen Schreckens. Josef Hader und Alfred Dorfer bilden trotz exotischen Titels tiefstes Österreich ab. Unter der Oberfläche der beiden ungleichen Protagonisten, Heinzi Bösel und Kurt Fellner, die im Wirtshaus über die letzten und die ersten Dinge, Wiener Schnitzel und ihre Ängste philosophieren, lauern lauter kleine Tragödien von einsamen Männern.
Eine kammertheatralische Groteske von derb-menschlicher Art, deren Humor sich nicht sofort aufdrängt, sondern erst im Laufe des Stückes zum tragen kommt. Die beiden sind nicht bloß schmierige, grob balzend und bolzende Zeitgenossen die sich anfänglich nicht ausstehen können, sondern die beiden Gastro-Genossen verbindet am Ende wirkliche Freundschaft, die rührt und traurig macht.
Als sich am Ende des Stückes der Tod hineinschleicht und die beiden versuchen, mit diesem Sterben umzugehen - überaufmerksam, witzereißend und zugleich hilflos menschlich - verleiht dies dem polternden Vorspiel eine zerbrechliche Würde und Größe.
Eine subtile emotionale Entwicklung der Beziehung zweier Menschen zueinander, an deren Endpunkt der Zuschauer/die Zuschauerin das Gefühl hat an einem besseren Ort angekommen zu sein - unweit von "Indien" eben.
Wie in vielen anderen Orten auch, wurde in den 1920er und 1930er Jahren viel Theater gespielt.
Die Puchenstubener Feuerwehr spielte 1919 den Schwank "Alarmiert" und 1920 das Stück "Liesl Busch". Dies dürften auch die ersten Versuche der "Puchenstubener Dilettanten" gewesen sein.
Eine ausführliche Berichterstattung in den Zeitungen findet aber dann im März 1921 das sozialkritische Stück "s´Nullerl" des in Klagenfurt geborenen Dichters Karl Morre. Die Hauptrolle spielte Ferdinand Swoboda, Stationsvorstand in Laubenbachmühle. Weitere Mitwirkende waren das Ehepaar Duringer, Wetty Weinberger, Liesl Rohrbacher, Steffi Neubauer und die Herren Heinschig, Bohaczek, Fahrngruber, Walsberger, Neubauer, Löffler, Sima und Lehrer Braun, der auch Regie führte. Noch im Dezember 1921 spielte man "Jägerblut" von Benno Rauchberger.
Bald darauf sollte "Der Potzenbauer von Tegernsee" zu Aufführung gelangen, Ende 1922 das Stück die "Zauberwurzel". Am 25.November 1923 spielte man Ludwig Anzengrubers "Gwissnswurm". 1927 standen "Die Hetzjagd auf der Alm" von Franz Mulley und "Der Herrgottsschnitzer vom Ammergau" von Ludwig Ganghofer auf dem Programm. Vermutlich wurde jedes Jahr gespielt, doch sind nicht alle Titel überliefert.
1935 beschloss man nach der Theateraufführung von "Bruder Martin" von Carl Costa, nach 15 jähriger Spielzeit noch einmal "s Nullerl" zu bringen. Für die Hauptrolle konnte wiederum der nunmehr in Wien als Pensionist lebende Ferdinand Swoboda gewonnen werden. Weitere Darsteller waren Herr Rauchberger, das Ehepaar Walsberger, Fräulein Thaler, Herr Resch, das Kaufmannehepaar Schrempf, Herr Fritz Burger, Herr Fahrngruber und Frau Braun.
Ab 1982 brachte die Katholische Jugend St.Anton im Gasthaus Bichler (Kräuterhäusl) alljährlich im Frühjahr ein Theaterstück zur Aufführung.
In den 1990er Jahren spielte die Theatergruppe Annaberg im Hallerhof.
Quelle: Puchenstubener Chronik (Dr.Bernhard Gamsjäger)